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Pandemia forever

von Richard Albrecht

Diese Kolumne sollte meine thematisch letzte für das in Linz erscheinende größte soziologische Fachmagazin im deutschen Sprachraum, soziologie heute, werden: einigen so subjektiven wie unsystematischen methodischen Grundfragen zum Leitkonzept "Pandemie" auf Grundlage der Fiktionaltypen: gesund versus krank sollten Hinweise zu drei thematisch bezogenen Filmen folgen: einer dystopischen Filmfiktion 1979, einer kritischen ARTE-Berichtung zur "Schweinegrippe" mit ihren Angstproduktionsmustern 2009 und einem aktuellen ZDF-Film zum scheinbar unbegreifbaren neo-expressionistischen Helferdrama aus der Frühphase der neudeutschen pseudopandemischen Epidemie 2021[1] mit jeweiligen Kennzeichungen von deren Besonderheiten und Leitaussagen. Als Ausblick wollte ich zu einem von Soziologen wie Weber (1904), Mills (1979), Albrecht (1991) u.a. als kulturwissenschaftlich legitim erachteten mehrschichtigen Gedankenexperiment einladen.

Dieses Vorhaben ließ sich vor allem aus drei Gründen nicht verwirklichen: i) war´s auf einer Druckseite nicht machbar; ii) wirken schon wenige Wochen nach Druck der Zeitschrift bei ohne angemessene Widerständigkeiten weitere exekutierte Maßnahmen als dystopische Projektionen wie in der Hamburger Krankheit und damit als vergangenheitsverklärender Schnee von gestern; und iii) kann ich auf einige aktuelle, im Netz frei zugängliche Diskussionsbeiträge positiv verweisen, die es ermöglichen, von diversen einzelnen Kritikpunkten abzusehen und mit den Kernpunkten des Gedankenexperiments zu beginnen: ball paré ...

Ende 2021 lässt sich seit weltweiter Ausrufung einer Pandemie genannten, vermutlich durch respiratorische Viren bedingten Infektionsentwicklung in Form einer spezifisch symptomlosen Krankheit am 12. März 2020 durch die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittragende Gates Foundation zur besonders im deutschen Sprachraum wirksamen Definitionsmacht zur "Pandemie"[2] inzwischen ergänzen und als aktuelles Fallbeispiel jener Verkehrung, die Nietzsche Umwertung aller Werte nannte, darstellen: ein hierzulande als führende Wissenschaftler wirkendes Dreigestirn, bestehend aus einem habilitierten Militärveterinär, einem bisher unpromovierten Virologen und einem Köl´schen Epidemiologen, der zur Führung eines Professorentitels berechtigt zu sein scheint, wirft diese aparte Variante von "Reiters Westlicher Wissenschaft" (Walter E. Richartz 1980) alte Grundfragen neu auf. Und lässt mich jenseits aller noch so bizarrer Einzelmaßnahmen gedankenexperimentell weiterfragen: wie kann denn respiratorische Viralität, die immer an Saisonalität(en) gebunden ist, in dieser klimatisch bipolaren Welt zeitgleich im lateinamerikanischen Sommer und gleichzeitig im zentralmitteleuropäischen Winter auftreten? Und wie soll es denn im gegenwärtigen bürgerlichen Deutschland mit etwa 83 Mio. Menschen und deren relativ hoher Impfquote von etwa 62 Prozent bei einem Impfergebnis von sogenannen Imdurchbrüchen (also faktisch erfolglosen Durchimpfungen) bei etwa 20 Prozent aller Doppelimpflinge zur "Pandemie der Ungeimpften" durch diese Minderheit meist repressiv sozial passivierter Menschen kommen können? Sind nun etwa noch nachhaltigere Datenakrobaten und Rechenkünstler als die Erfinder von auf je 100.000 Menschen als Grundzahl bezogenen Inzidenzquotienten von angeblich infizierten und/oder schwerstlungenkrank-hospitalisierten Patient(inn)en am Werk? Und schließlich: wenn auch hier nicht die seit Jahrhunderten bekannte historische "invisible hand", die´s schon irgendwie/irgendwann oder wie und wann auch immer richten kann, wie soll denn diese universal-globale Pseudopandemie jemals enden unter Bedingungen und Verhältnissen, aus denen sie von bisher unbekannt gebliebenen Demiurgen Anfang 2020 als Krankheit ohne Symptome geschaffen wurde? Und was wäre wohl ohne die planetarisch wirksame Ausrufung dieser "Pandemie" geschehen?

[1] Die Hamburger Krankheit (1979) über eine Viruspandemie; Profiteure der Angst (Arte-Dokumentation 2009)

[2] Richard Albrecht, MUCH ADO ABOUT FEW: Covid-19 Virus – Pandemie – Coronakrise. Von der Definitionsmacht zum Risikoparadox; in: soziologie heute, Heft 71, Juni 2020: 46

[3] Hannes Hofbauer zur Situation in Österreich: „Sie sagen offen, dass damit die Menschen zum Impfen getrieben werden sollen“ (nachdenkseiten.de)

[4] Weiterführende wesentliche Leserhinweise zu einem kritisch gemeinten Beitrag Jens Bergers finden sich hier https://www.nachdenkseiten.de/?p=78158.

Richard Albrecht,

Dr.Dr. Richard Albrecht ind Hochschuldozent i.R. aus Bad Münstereifel/Nordrhein-Westfalen

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