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Die Erfindung des „Lockdown“

von Walter van Rossum

Am 12. Januar 2020 übernahm der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas Xi Jinping persönlich die Leitung der Maßnahmen zur Bekämpfung eines „neuartigen Coronavirus“, das 14 Tage zuvor begonnen haben soll, von Wuhan aus die Welt zu erobern. Am 23. Januar ordnete Xi Jingping einen radikalen Lockdown von Wuhan und Umgebung an. 22 Millionen Menschen lebten für viele Wochen unter strengsten Quarantänebedingungen und unter einer totalen Ausgangssperre. Am 30. Januar erklärt die WHO eine „gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ und der WHO-Generaldirektor bedankte sich bei dieser Gelegenheit überschwänglich bei der chinesischen Führung: „In vielerlei Hinsicht setzt China tatsächlich einen neuen Standard für die Reaktion auf Ausbrüche. Das ist keine Übertreibung.“, meinte er. In der Tat, Ähnliches hatte noch niemand getan und keine Behörde auf Erden hatte Ähnliches auch nur andeutungsweise geplant. Nach gut zwei Monaten hatte China den Beweis geliefert: Nur ein total radikaler Lockdown kann das Virus stoppen. In der Folge sind fast sämtliche Länder der Welt diesem Modell in irgendeiner Form gefolgt. Mit verheerenden Auswirkungen. Und seitdem wird global eine Frage pausenlos diskutiert: Wie chinesisch müssen wir noch werden? 

Es bleiben ein paar Fragen offen. Hat irgendjemand den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte überprüft? Könnte es nicht sein, dass China einfach das Testen eingestellt hat? Am 23. Januar 2020 waren weltweit 581 Fälle bestätigt, davon 574 allein in China, im Rest der Welt waren sieben Fälle bekannt – außerhalb Asiens nur einer in den USA. Von den 574 bekannten chinesischen Fällen stammten 375 aus der Provinz Hubei, deren Hauptstadt Wuhan ist. 199 weitere Fälle verteilten sich über ganz China. Bis heute meldet China knapp 90.000 “Infizierte“ und 4636 Tote bei 1,4 Milliarden Einwohnern. Man muss schon ein Christian Drosten sein, um solchen Blödsinn zu glauben und zu verbreiten.

Walter van Rossum,

geboren 1954 in Kleve/Nordrhein-Westfalen, Studium der Romanistik, Philosophie und Geschichte in Köln und Paris. Zuletzt erschien von ihm „Meine Pandemie mit Professor Drosten“ (Rubikon Verlag).

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