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Der Solidaritätsschwindel der Impfung

von Gerold Wallner

Die Maßnahmen angesichts des SARS-Coronavirus 2 werden immer wieder mit dem Verweis auf Solidarität unterfüttert, wobei hier eindeutig newspeak zur Anwendung kommt. „Schau auf dich, schau auf mich“, das klingt wie eine vulgäre Kurzform der unsichtbaren Hand und wenn man die Foren der Tageszeitungen durchforstet, kann man schön sehen, wie die Slogans der Regierung auf fruchtbaren Boden fallen und dort wuchern. Selbst innerhalb großer Teile der Linken jenseits der Sozialdemokratie geht das Gespenst dieser Solidarität um.

Diese Art von Solidarität hat identitäre Züge. Solidarisch war vor einem halben Jahr, wer den Kontakt mit anderen verweigerte, andere ermahnte oder sogar zur Anzeige brachte, und nun ist es, wer sich impfen lässt. Das ist eine Solidarität, die verordnet und von oben nach unten organisiert wird, die den medizinischen Vorwand nimmt, um die Gesamtgesellschaft einer Maßnahme zu unterwerfen; das erinnert an Volksgemeinschaft.

Es sollte also klar sein, dass die Diskussion nicht entlang medizinischer Fragen, sondern ethischer geführt werden muss. Wenn wir etwa die sich wöchentlich ändernden Impfstrategien betrachten, mit sich ändernden Abständen zwischen erstem und zweitem Stich, mit Kreuzimpfungen mit verschiedenen Impfstoffen, mit Zulassung bestimmter Alterskohorten zur Impfung und dann wieder nicht, dann ist doch klar, dass hier experimentiert wird, und zwar mit neuer, bis dato kaum angewandter medizinischer Gentechnologie.

Da geht es also darum, ob es angesichts der Fallzahlen zu einer Durchimpfung kommen darf, deren Zweck eher das Ausprobieren einer neuen medizinischen Technologie als die Immunisierung der Gesamtbevölkerung ist. Und wenn da eine Linke zusieht und sogar zustimmt, macht sie sich mitschuldig; nicht nur an der Einschränkung von Grundrechten, sondern auch am zynischen Verhalten der Macht und Herrschaft gegenüber der Bevölkerung.

Und angesichts der Aufgabe von Ethik einer Linken, die anlässlich eines Krankheitsfalls ihre Politik ändert und staatstragend wird, geht es um die Frage, welche demokratischen Illusionen in Recht und Verfassung zu diesem geistigen Verfall geführt haben, wohl schon früher geführt haben, und der jetzt virulent (man beachte das schöne Wortspiel) geworden ist und zum Ziel „linker“ Aktionen – gegen die Aktivisten der Maßnahmengegner – nur noch Lob von der Regierung und eine gute Presse hat.

Gerold Wallner,

geboren 1953 in Wien, Publizist.

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